Ein überzeugender Lebenslauf allein macht noch keine passende Vermittlung. Arbeitsaufgaben, Erwartungen, Verfügbarkeit und Rahmenbedingungen müssen zusammenpassen. Für Vermittler besteht die Arbeit deshalb nicht nur darin, Profile weiterzuleiten. Sie schaffen eine belastbare Grundlage, auf der Kandidat und Unternehmen entscheiden können.
Dieser Beitrag behandelt die Vermittlungspraxis. Wenn Sie als Arbeitgeber eine Dienstleistung auswählen möchten, lesen Sie zuerst Was ist Personaldienstleistung?.
Den Auftrag vor der Suche klären
Fragen Sie nach der Tätigkeit und dem Anlass der Besetzung. Welche Aufgaben sollen in den ersten Monaten übernommen werden? Welche Voraussetzungen sind unverzichtbar? Welche Vergütung und Arbeitszeiten sind vorgesehen? Notieren Sie auch, wer auf Kundenseite entscheidet.
Bei einer Direktvermittlung entsteht das Arbeitsverhältnis zwischen dem Kandidaten und dem einstellenden Unternehmen. Damit unterscheidet sich das Modell von Arbeitnehmerüberlassung. Entscheidend ist die Arbeitgeberrolle und nicht allein die geplante Beschäftigungsdauer.
Klärungsbedarf gehört in die Auftragsdokumentation. Wenn die Gehaltsspanne oder der Arbeitsort noch offen ist, sollte dies nicht erst nach mehreren Gesprächen sichtbar werden.
Kandidaten anhand der Tätigkeit beurteilen
Nutzen Sie nachvollziehbare Kriterien statt eines allgemeinen Eindrucks. Fragen Sie nach konkreten Aufgaben und Erfahrungen, die für die Stelle relevant sind. Halten Sie fest, was belegt wurde und welche Annahmen noch geprüft werden müssen.
Ein fiktives Beispiel: Ein Kandidat hat mit einem ähnlichen System gearbeitet, aber nicht mit der beim Kunden eingesetzten Version. Stellen Sie das transparent dar. Ein passender Einarbeitungsplan kann wichtiger sein als die Behauptung, alle Anforderungen seien bereits erfüllt.
Informieren Sie Kandidaten darüber, wie der Prozess abläuft und welche Informationen an welches Unternehmen weitergegeben werden sollen. Verwenden Sie nur das dafür vorgesehene, datenschutzrechtlich geprüfte Verfahren. Ein frei weitergereichter Lebenslauf ist keine sorgfältige Vermittlung.
Profile verständlich vorstellen
Eine kurze Vorstellung sollte erklären, warum die Person für die Aufgabe infrage kommt. Ergänzen Sie Verfügbarkeit, besprochene Rahmenbedingungen und offene Fragen. Wiederholen Sie nicht lediglich den Lebenslauf mit werbenden Adjektiven.
Vereinbaren Sie mit dem Kunden, wann er Rückmeldung gibt. Fragen Sie bei einer Absage nach tätigkeitsbezogenen Gründen. Diese Rückmeldung hilft, die weitere Suche anzupassen und dem Kandidaten den Stand verständlich mitzuteilen.
Entscheidungen bis zum Start begleiten
Besprechen Sie rechtzeitig, welche Schritte vor dem Arbeitsbeginn noch erforderlich sind. Halten Sie den Kandidaten über den tatsächlichen Stand auf dem Laufenden. Vermeiden Sie Zusagen, die noch nicht von der entscheidungsberechtigten Stelle bestätigt wurden.
Auch nach einer Zusage lohnt eine klare Übergabe: Wer ist Ansprechpartner für Vertragsfragen, wer organisiert den ersten Arbeitstag? Der vereinbarte Vermittlungsumfang bestimmt, welche Aufgaben Sie dabei übernehmen.
Die eigene Arbeitsweise weiterentwickeln
Prüfen Sie wiederkehrende Verzögerungen. Fehlen Informationen im Auftrag? Werden Vorstellungen zu spät beantwortet? Solche Beobachtungen geben einen konkreten Lernbedarf vor.
Der Akademie-Kurs Erfolg in der Personalvermittlung nennt unter anderem Auftragsannahme, Bewerberauswahl und Kundengespräche als Themen. Ein Kurs kann das Fachwissen ergänzen; die betriebliche Anwendung und die Qualität Ihrer Vereinbarungen müssen Sie gesondert gestalten.
